In einer Zeit, wo Konsum die meist verbreitete Freizeitbeschäftigung ist, und sich erden oder etwas schaffen zu den Ausnahmen gehört, bieten wir Alternativen an. Aktiv werden müsst ihr schon selbst. Aber glaubt uns ‒ selber machen gibt Selbstbewusstsein!

Die Ziegelleite bei Atzelsberg

Auf der drei Hektar großen Acker und Wiesenfläche tummeln sich derzeit drei Projekte. Die Schafgruppe hält, betreut und vermehrt die alte Rasse der Waldschafe. Die Obstbaumgruppe legt eine neue Streuobstwiese mit alten seltenen Obstsorten an. Auf dem Kreativacker erzeugt die Ackergruppe gesunde, unbehandelte Lebensmittel und vermehrt altes Saatgut, um es zu erhalten. Eine stetig wachsende Wildgehölzhecke, Wildkräuter und seltene Baumsorten wie die Elsbeere oder die Schwarznuss finden hier ihr neues Zuhause. Trotz allem ist noch viel Platz für neue Ideen! Lust auf eine freilaufende Hühnerschar oder Kaninchen im großen Außengehege ‒ vieles geht, wenn viele anpacken.

Der Sonnenacker in Uttenreuth

Im ersten Jahr (2020) sind die Parzellen auf dem 3000 m² großen Grundstück am Ufer der Schwabach noch etwas willkürlich verteilt. Aber aus Chaos wächst Kreativität und die kann auch Ordnung schaffen (wenn gewünscht ;-)). Mit der Gemeinde Uttenreuth haben wir vereinbart, das Grundstück zu bewirtschaften und Bürgerinnen und Bürgern ohne großen Garten die Möglichkeit zu geben, ihr eigenes Gemüse und Obst zu erzeugen. Vielleicht schafft es die neu gebildete kleine Gruppe vom Sonnenacker ein leuchtendes Beispiel für viele andere Gemeinden zu werden. So schön Blumen und Blüten auch sind, wieviel schöner ist es doch, wenn wir uns nach den Bienen und Insekten an den Früchten des „urban gardening“ erfreuen dürfen.

Die Streuobstwiese in Oberehrenbach

Von einer Freundin aus dem Freundeskreis des Botanischen Gartens Erlangen wurde uns ein alter, 5.000 m² großer Obstgarten überlassen. Dort stehen beeindruckende alte Bäume, die allerdings auch gepflegt werden wollen. Fast 30 Kirschbäume, eine lange Hecke mit hohen fränkischen Zwetschgen und seltene Birnen und Äpfel (schon mal den Mutsu probiert?) müssen zur richtigen Zeit dann auch geerntet werden. Die Fahrt in die Fränkische Schweiz lässt sich ja mit einer kleinen Wanderung, einem Einkehrschwung und dem Ernten kombinieren.

Das Pfadfindergrundstück im Stadtosten

Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder vom Stamm Asgard Erlangen nutzen ein kleines und feines Grundstück am Rand des Sebalder Reichswaldes. Dort sind wir mit altem Handwerk zu Gast. Mit dem Holz aus dem Wald kann ein oder zweimal im Monat unser Brotbackofen angeschürt werden. Zudem lässt sich mit dem alten Waschkessel wunderbar Bier brauen. Gelegentlich kommt auch ein mobiles Sägewerk vorbei und wir produzieren Balken und Bretter für viele unterschiedliche Projekte.

„Unser Garten Bruck“…

… liegt im Stadtteilhaus Kulturpunkt Bruck: Hier schmücken wir uns eigentlich mit fremden Federn, naja evtl. auch nicht. Federn haben und lassen hier unsere Hühner. Wir sind Gäste auf dem außerordentlich schönen Außengelände des Kulturpunkt Bruck und unsere Hühnergruppe hält hier eine kleine Schar Deutsche Sperber. Eine alte Hühnerrasse, die wie viele andere vom Aussterben bedroht ist. Wichtig zu wissen: In den Hühnereier- und Fleischfabriken werden spezielle Hybridsorten verwendet, die entweder viele Eier legen oder schnell Fleisch ansetzen und meistens nicht das Tageslicht sehen.

Wer mag, soll und kann aber auch im Garten mitarbeiten. Ursula Kern zeigt hier auf ihre Art und Weise, wie ein Stadtteilgarten funktionieren kann. Dass er das tut, merkt man, wenn man sich in den Garten setzt und eine Kleinigkeit isst und trinkt. Zur Ruhe kommen ‒ mitten in der Hektik der Stadt. Hier steht auch unser „Erlanger Werkstattwagen“ und vielleicht bald der mobile Brotbackofen. Ach ja, und an der Vielfalt der Hochbeete merkt man, dass wir auch hier unsere Finger drin hatten.

Die naturnahe Insel

Auch an der Schwabach ‒ wir sagen hier einmal nicht, wo ‒ dürfen wir einen alten Obstgarten verjüngen, steht ein Bauwagen zur Übernachtung und kann man unterhalb eines Wehrs zum Baden ins Wasser gehen. Den Platz teilen wir uns gerne mit Eidechsen, Vögeln, vielen Insekten und sogar dem Ameisenlöwen. Wer da, etwas weniger aktiv werden will, kann sich gerne bei uns melden. Hier kann man die Beine im Wasser und die Seele im Grün baumeln lassen.