Wildkräuter

 

Das Gänsefingerkraut  (Potentilla anserina) - Mächtig/stark und die Gänse ergaben den lateinischen Namen.
Weil auf dem Pflanzstreifen am Sportplatz soviel wächst, dachte ich: "das nehmen wir!" Wobei sich bei genauerer Betrachtung rausstellte, dass hier in großen Mengen, das kriechende Fingerkraut (Potentilla Reptans L.) wuchert und nicht das Gänsefingerkraut. Im Gegensatz zu anderen Fingerkräutern hat das Gänsefingerkraut nicht nur fünf Blätter-Lappen, sondern Blätter mit sieben bis über zwanzig Lappen. Die Nutzung in der Küche und die Heilwirkung der Fingerkräuter ist aber ähnlich.
Gelbe Blüten und silbern schimmernde Blätter, für die naturnahen Völker war klar, dass sich in dieser Pflanze Sonne und Mond begegnen. In Mythen und Sagen, wohnen hier die Elfen und Pflanzengeister. Die Fingerkräuter sind in der nördlichen Hemisphäre weit verbreitet, sie ranken gerne und bilden regelrechte Teppiche und mögen verdichteten Boden (Trittpflanze).

In der Medizin:
Es hilft gegen krampfartigen Durchfall (Krampfkraut Nr. 1), auch bei Muskelverkrampfungen und Unterleibskrämpfen. Als Auflage verwendete es Pfarrer Kneipp umd die Hitze aus dem Körper zu ziehen auch bei Gerstenkorn am Auge sollen Auflagen helfen. Es stillt Blutungen, hilft bei Asthma, wirkt straffend (adstringierend) und keimhemmend. Ein Gurgelwasser mit dem Kraut hilft bei Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündung. Schon die Germanen legten es in heiße Milch und die Frauen tranken die Milch dann gegen Menstruationbeschwerden. Auch aus dem Gänsefingerkraut kann man wirkungsvolle Tinkturen herstellen.

In der Küche:
Es ist eines der überwinternden Kräuter. Wurzel und Blätter eignen sich zum Verzehr roh, oder gekocht als Gemüse.
Die Wurzeln der Pflanze galten im Mittelalter als Gewürz, es sollte auch das rare Mehl in schlechten Zeiten ersetzen. Auch heute noch wird in armen Gegenden versucht, die Wurzeln als Nahrungsmittel für die Bevölkerung in großem Stil zugänglich zu machen, so zum Beispiel in Tibet, wo auf den kargen Böden kaum Landwirtschaft betrieben werden kann. Hier versucht man, das Gänsefingerkraut als Gerstenersatz zur Mehlherstellung zu verwenden.

Noch ein bißchen was zum Glauben oder auch nicht ;-)
Trägt man bei seiner Hochzeit Gänsefingerkraut in einem Schuh, so hat man in der Ehe die Hosen an.
Wenn man vor Gericht gewinnen will, legt man sich ebenfalls Gänsefingerkraut in seine Schuhe.
Schneidet man am Johannistag Gänsefingerkraut (man darf es aber nicht mit der Hand berühren) und gibt es in den Geldbeutel, so hat man nie Geldsorgen. Trägt man das Kraut um seinen Hals, so findet man den Partner fürs Leben.

 

 

Das Mädesüß - (Filipendula ulmaria) [Mädesüß am Bach]

Filipendula weil in der Erde an den Haarwurzeln dünne Wurzelknollen wie Pendel hängen. Die Blätter ähneln den Blättern der Ulme und schon hatte die Pflanze ihren lateinischen Namen. Es wächst gerne an feuchten Wegrändern und Ufern. 
Mädesüß nennt man sie wohl seit die Germanen damit ihren Met gesüßt und aromatisiert haben. Die Blüten haben einen ganze eigenen Duft - sie erinnern an rosa Kaugummis oder  Honig, Vanille und Bittermandel. Dieser Duft trägt zur Entspannung und Förderung der Lebensfreude bei. Unserer Vorfahren nutzten sie als  „Streublume“ – sie wurde auf den Fußboden gestreut. Bei Tanzfesten, im Schlafzimer und man sagt dem Duft eine das Leben verlängernte Wirkung nach.

In der Medizin:
Die Kombination von ätherisches Ölen, Flavonglykosid und Gerbstoffen lindern Kopf- und Nervenschmerzen. Kompressen auf die Gelenke erwärmen den Körper und helfen bei Rheuma und Schmerzen. Es wirkt entzünungshemmend und bei Erkältungen und Virusinfektionen (Mumps und Windpocken) mit oder ohne Fieber hilft es dem Körper die Erreger auszuschwitzen und das Fieber zu senken.

Ein Mädesüßtee (1-2 El Kraut auf 750 ml kochendes Wasser) wirkt allerdings erst ein 2 bis 3 Stunden - also eher bei leichten Schmerzen. Als Mädesüßwein, -tinktur läßt sich die Heilwirkung auch im Winter nutzen. Eine wunderbare Teemischung bei Fieber, Schmerzen und Erkältung kann mit Holunderblüten, Mädesüß, Lindenblüten und Weidenrinde gut selbst hergestellt werden.
Es gibt manchmal allergische Reaktionen, darauf solltet ihr achten. 

In der Küche:
Die einzigartig schmeckenden Blüten sind im Spätsommer weniger herb und entwickeln ihren vollen Duft. In Sahne, Joghurt, zu Obstsalat oder Kuchen. Oder einfach ein paar frische Mädesüßblüten in ein Glas kühlen Weißwein  - ein gesundes Erlebnis. Das geht auch in einer Karaffe kühlen Wasser mit etwas Zitronensaft. Ein erfrischendes und vorbeugendes Getränk.
Honig läßt sich auch wunderbar damit aromatisieren und dann auf's Butterbrot damit.

 

 

Der Sauerampfer (Rumex acetosa): 
Auf der Insel in Uttenreuth (darf die Arche mitnutzen) wächst er im Moment grad wunderbar und in Massen,  was gibt es über ihn zu sagen?
In der Küche:
Egal ob in Salaten, Saucen, Suppen oder als Gemüsebeilage, Sauerampfer macht sich hervorragend in der Küche und passt dank seines sauren Geschmacks besonders gut zu Fischgerichten. Möchte man es roh genießen, kann man das Blattgemüse kleinhacken oder in feine Streifen schneiden, alternativ lässt sich Sauerampfer garen und leicht weiterverarbeiten (zum Beispiel zu einem Dip oder Püree). Wem er etwas zu sauer ist, der kann das Aroma mit Milchprodukten (zum Beispiel Sahne oder Käse) abschwächen. Sauerampfer ist eines der sieben Kräuter für die Frankfurter Soße.
Für die Gesundheit:
Besonders reicht ist Sauerampfer an gesundem Vitamin C (auch bekannt als Ascorbinsäure) - dieses braucht der Körper unter anderem für ein gesundes Immunsystem, einen effektiven Hormonhaushalt und eine verbesserte Calcium- und Eisenaufnahme. Vitamin C wirkt außerdem entgiftend auf die Leber, weshalb Sauerampfer ein entschlackender Effekt nachgesagt wird. Pro 100 Gramm enthält er rund 117 mg dieses wichtigen Nährstoffs. Ebenfalls auf der Liste der Inhaltsstoffe dieses Wildkrauts stehen seine Gerbstoffe - sie regen den Appetit an, fördern die Verdauung und haben eine entzündungshemmende Wirkung - sowie der Mineralstoff Kalium, der den körpereigenen Wasserhaushalt und die Weiterleitung von Reizen in den Nerven reguliert. 

 

Die Schafgarbe (Achillea millefolium):
Der Acker und die Wiese bei den Schafen war natürlich gut geeignet um sich mit der Schafgarbe zu beschäftigen. Die die Schafe gesund macht - Schaf garwe. Sie ist aber auch ein Kraut, dass zu den Frauenkräutern gehört. Pfarrer Kneipp sagte: "Viel Unheil blieb den Frauen erspart, würden sie zur Schafgarbe greifen." Sie wird auch Bauchwehkraut, Bereitgestelltes Wundkraut, Gotteskraut, Augenbraue der Venus, Rückenkraut, Frauendank, Mutterkraut, Blutstillkraut und Heil der Welt genannt. Den schönsten Namen für die Schafgarbe gab ihr Pfarrer Wagner: "Heil aller Schäden".
Die Blüten ergeben eine gesunden und heilkräftigen Tee und die Blätter lassen sich ganzjährig in der Küche verwenden (Quark, Salat, Gemüsebratlinge ...)
Mehr über die Pflanze und die Heilwirkungen findet man hier ;-)  https://www.youtube.com/watch?v=UPE6evT_fpA&feature=youtu.be

 

 

Der Weißdorn (Crataegus monogyna = Eingriffeliger W., Crataegus laevigata = zweigriffeliger W.):
Weißdorn ist auch in der Schulmedizin anerkannt eine Heilpflanze, die das Herz stärkt und den Kreislauf stabilisiert.
Alle Teile des Weißdorns – Blüten, Blätter und Früchte – sind herzwirksame Substanzen. Am besten stellt man seine persönlich favorisierte Mischung durch Selbstsammeln zusammen. 
Die schneeweißen Blüten erscheinen kurz nach den Blättern im Mai, nach den letzten Spätfrösten; die leuchtend roten Beeren im September/Oktober.
Meine Empfehlung - macht euch eine Weißdornblütentinktur - hier entdeckt ihr die tollen Blütenqualitäten allerdings erst nach einigen Wochen. Füllt eure Flasche mit Blüten und gießt 38 / 40 %igen Alkohol darüber. Nach einiger Zeit färbt sich euer Ansatz honiggelb und erstaunlicherweise schmeckt er auch aromatisch nach Honig. Lecker und gesund (kommt immer auf die Menge an) ist auch ein Weißdornlikör: Zutaten: 200 g Weißdornfrüchte, 1 Flasche Weizenkorn oder Wodka 38%, 100 g Kandis; Zubereitung:Die Weißdornfrüchte waschen, sorgfältig verlesen, zerquetschen und in eine Flasche füllen. Den Zucker und den Alkohol dazu geben. In einem warmen Raum mindestens 4 Monate ziehen lassen. Danach den Likör filtern und in Flaschen abfüllen. Je nach Geschmack kann der Likör noch mit einem guten Rotwein und Vollrohrzucker bzw. Melasse verfeinert werden.

Für unsere Vorfahren, die Kelten war er heilig und ein Häuptlingsbaum. Es war verboten, diese Bäume zu schlagen. Zusammen mit anderen Gehölzen wie Schlehe, Brombeere, Wildrose und Kreuzdorn bildete er einen Schutz natürliche Hecke um die menschlichen Behausungen - einen Hag. Daher rührt der weitere Name "Hagedorn". Diese Hecken schirmten die gefährliche Außenwelt der Urwälder, wilden Tiere und Dämonen von Heim und Herd ab.

Aus den mehligen Beeren des Weißdorn wurde noch lange in Notzeiten Brot gebacken. Die Früchte sind außerdem sehr kaliumhaltig und wirken so Ödemen (Wasseransammlungen im Körper) entgegen.

 

 

[Holunder]

Der Holunder (Sambucus nigra)

Frau Holle läßt grüßen und die Göttin Holda (Kelten) beschützt die Tiere und Pflanzen, aber auch die menschliche Behausung.

Die Blüten findet man von Mai bis Juni, die Beeren erntet man von Juli bis September. Grad haben sich die ersten Knospen geöffnet - es kann also losgehen mit der Ernte ;-)

In der Medizin:
Der Holunder ist harn- und schweißtreibend (Blüten- bzw. Fliedertee bei Erkältung), Bronchitis, Nasennebenhöhlen, Gürtelrose.
Er enthält Flavonoide, ätherische Öle, Gerbstoffe, in den Beeren befinden sich viele Vitamine wie B1, B2, C und Folsäure. Die Beeren wirken abführend, man soll sie gut abkochen, da sie ebenso wie die Rinde Brechreiz auslösen können. 

In der Küche:
Holunder und seinen Geruch / Geschmack liebt man oder man hasst ihn. Da gibt es wenig Zwischentöne ;-)
Die getrockneten Blüten als Tee, die frischen Blüten als Hollerküchle, man kann mit ihnen auch Essig oder Säfte aromatisieren. Hollerblütensirup gemischt mit Mineralwasser ist ein wunderbarer Durstlöscher an warmen Sommerabenden.  Aber auch in Marmeladen mit Früchten der Jahreszeit machen sich ein paar Holunderblüten sehr hübsch und geben ihr Aroma ab (nur kurz mitkochen, sonst werden sie braun). Erdbeer-Holunderblüten-Marmelade geht ebenso wie Rhabarber mit Holunder oder Rhabarber-Banane-Holunder. Tobt euch da mal richtig aus.
Die Beeren geben ebenfalls einiges her, ob als Saft (gekocht), Wein, Marmelade oder Sirup. Allerdings befinden wir uns hier in direkter Konkurenz zu den Vögeln, denen der Holunder gut über die harte Jahreszeit hilft.  Ihr findet im Netz viele Rezepte, selbst aus unreifen noch grünen Holunderbeeren hat schon jemand Kapern gezaubert. 

 

Beinwell
Der Beinwell (Comfrey, Symphytum officinale)

Der Beinwell hat ganz gerne feuchte Füße, erst kommen aus den kräftigen Wurzeln die länglichen behaarten Blätter und dann die rot-violetten und gelblich-weißen Blüten. Die Blätter werden von April bis Oktober geerntet, die Wurzeln kann man vom Herbst bis zum Frühjahr ausgraben. Sein Schleim wurde von Gerbern verwendet um Leder geschmeidig zu machen. Maler kochten daraus, unter der Zugabe von Pigmenten, eine intensive rote Farbe. 

In der Medizin:
Diese Kraftpflanze hilft bei vielen Beschwerden, Prellungen, Quetschungen, Muskelverhärtung, Überanstrengung der Gliedmaßen, Gelenkverschleiß, aber auch bei Husten und Rippenfellentzündung. Eine Kombination von innerlicher und äußerlicher Behandlung ist am heilkräftigsten. Die Mischung aus Schleimstoff, Gummi, Allantoin, Gerbstoff, Alkaloiden, Harz und ätherischen Ölen fördert die Heilung von Wunden. Das in der Wurzel enthaltene Allantoin verflüssigt Wundsekrete und hilft dadurch, dass sich schneller neues Gewebe nachbildet. Als feuchter Umschlag (mit zerstoßenen Wurzeln oder Blättern) oder Salbenauflage eignet sich Beinwell hervorragend, um Schleimbeutel-, Knochenhaut-, Venen-, Sehnenscheidenentzündungen und Drüsenschwellungen zu behandeln. 
Eine Therapie mit Beinwelltee gegen Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre ist umstritten. Die enthaltenen Pyrrolizidinalkaloiden gelten als Krebs erregend. Allerdings führte man die Tierversuche mit tausendfacher therapeutischer Dosis durch.
Ein Salbenrezept: 8 El Sonnenblumenöl, 60 gr. gereinigtes Butterfett, 15 g reines Bienenwachs, 20 g Beinwellwurzel - sie wirkt auch antiseptisch. Die kleingeschnittenen und zerquetschten Wurzeln mit dem Öl drei bis vier Tage an einem warmen Ort stehen lassen. 

In der Küche:
Die jungen Blätter sind ein hervorragender Spinatersatz mit einem hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen. 
Zitat aus einem Forum im Netz: Diese Königin der Heilpflanzen hat sich als Knochenheilerin ihren Namen gemacht- Althochdeutsch: Bein= Knochen und wallen = zusammenwachsen.  Sie regt die Neubildung der Knochen tatsächlich an.
Als Gemüse: pro Person 3 Handvoll feingeschnittene Blätter im heißen Fett kurz anschwitzen, salzen und etwas frisch geriebenen Meerrettich zufügen. Mit ein wenig Brühe auffüllen und kräftig würzen.
Als Snack: 100 g gehackte Zwiebel in 50g Sonnenblumenöl anbräunen, 50 g ungesalzene Erdnüsse beifügen und kurz erhitzen. 450 g feingeschnittene Beinwellblätter mitschmoren lassen, bis alle Flüssigkeit verdunstet ist- nicht länger als 10 Minuten. Nach Geschmack würzen und gleich servieren.
Junge Triebe, an denen sich die Blätter noch nicht entwickelt haben, können wie Spargel gedünstet werden. In Butter u etwas Zitronenaft schwenken, oder mit paniert mit Semmelbröseln im Fett backen. Das Rauhaarige der Beinweiltriebe verliert sich beim Kochen und er ergibt ein zartes Gemüse.
Als Eierkuchen: einen süßen Teig bereiten aus:
90 g Mehl,25 g Zucker, Prise Salz, 250 g Mehl, 3 Eier u 1 1/2 El Öl- alles verrühren.
Junge Beinwellblätter grob geschnitten dazugeben und in der Pfanne ausbacken.
Lecker dazu ein Wildfrüchte-Kompott.

 

 

Wilde Karde

Wilde Karde (Weberdistel)

Carduus ist der Überbegriff vieler Disteln - die wilde Karde wurde von mir als Beispiel gewählt, dass so mancher Hype (DAS Heilmittel bei Borreliose)  wissenschaftlich nicht standhält und daher auch gefährlich sein kann. Dazu mehr später. Die im althochdeutschen genannten Agaleia, der Hirtenstab wurde früher auch zum Kämmen ganz feiner Wolle verwendet. Für Vögel und Wanderer ist auch interessant, dass durch die Trichterbildung der Blätter ein Wasserreservoir entsteht. Die getrocknete Pflanze ergibt einen wasserlöslichen "Indigo"-Farbstoff mit Alaun kippt es in gelb - wäre mal einen Versuch wert. 

In der Medizin:
Im Mittelalter schon wurde die Wurzel bei Warzen, "Schrunden", "Gerstenkorn" verwendet. Wurzelsud -tinktur oder -tee wirkt antibakteriell, harntreibend, blutreinigend, hilft bei Rheuma, Gicht, Hautkrankheiten, Kopfschmerzen. Die Tinktur wird aus frisch geernteter Wurzel (einjährig, die abgestorbenen sind verholzt) kleinschneiden, in Doppelkorn (40 %) einlegen und zwei bis sechs Wochen an warmen Ort ziehen lassen. Nicht mehr als drei Esslöffel am Tag - bei der Kardentinkturtrinkkur ;-) Die Nutzung bei Borreliose ist als alleinige Behandlung umstritten und gefährdet wohl eher die Gesundheit. Eine Behandlung ohne Antibiotika ist unverantwortlich. Begleitend kann es aber durchaus empfohlen werden. 

In der Küche:
Die Blätter (April bis Juni) von den Stacheln befreit eignen sich als Gemüse, der Blütenboden mancher Distelblüte ( wie Artischocke nur viel, viel kleiner) kann von Juni bis September roh als Beigabe zu Salaten gegessen werden. 

weitere Erkenntnisse zur Karde weiter nach unten scrolen - nach dem Johanniskraut - 

 

Die Fichte (Weißtanne tut's auch)

In der Medizin:
Manche können sich noch an das Fichtennadelbad aus ihrer Kindheit erinnern. Samstag abend roch unsere Wohnung nach Wald. Dann hat die ganze Familie gebadet.
Die Fichte hilft bei Muskelverspannungen, gegen Durchblutungsstörungen, bei Hexenschuss und wird daher gerne als Badezusatz verwendet. Die jungen Maitriebe werden an den unteren seitlichen Ästen geerntet und enthalten viel Vitamin C. Fichtennadelöl wirkt schweißtreibend, hilft bei Atemwegsinfekten und Rheuma. Pfarrer Kneipp empfiehlt das Kauen eine erbsengroßen Harzkugel als Energieschub. 
Wenn ihr zehn Minuten Zeit habt, dann schaut mal hier - http://www.swr.de/kaffee-oder-tee/freizeit/heilpflanzen-maitriebe-co/-/i...

In der Küche:
Der Geschmack der jungen Fichtennadeln (Tannen ebenso) ist säuerlich, erinnert an harzige Zitronen.
Sie werden zu Sirup verkocht, damit läßt sich Limonade machen, mit viel Zucker kann man sie zu Gelee oder "Fichtenhonig" verarbeiten. Man kann mit kleingeschnittenen Trieben Salate würzen (auch Kartoffelsalat). Frisch oder getrocknet in den Tee und manch Likör oder Schnaps wird damit aromatischer.

Verwechslungen sind unwahrscheinlich, auf jeden Fall sollte man sie nicht mit der giftigen Eibe verwechseln.

 

Das Gänseblümchen (Bellis) - Maßliebchen

Wie bei vielen Wildpflanzen und der Nutzung in Haushalt und Volksmedizin beruht auch das überlieferte Wissen über die Gänseblümchen auf "Erfahrungswerte" denn auf Forschung. Die Inhaltstoffe sind bei 100 gr. Gänseblümchen 87 mg Vitamin C, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Phosphor, Inulin und Saponine ...
Die Hauptblüteezeit ist März bis Juli, es wächst jedoch ausdauern (auch im Schnee) am wirksamsten von Mai bis September, am Johannistag  (24.06. zwischen 12 und 13 Uhr) gepflückt, bringt das Blümchen großes Glück !! 

In der Medizin:
Es gilt in der Volksmedizin als Allheilmittel, fördert den Stoffwechsel (entschlackt), lindert Hauterkrankungen, wirkt schleimlösend und hautreinigend. Ein frisches Blat zerrieben hilft als Auflage bei Stichen und Qaddeln. In Öl eingelegt gilt es als "blauer Fleck weg Öl", man kann damit eine Gesichtsmaske machen . Allgemein soll die Regenerationskraft des Gänseblümchens auch den Menschen auf die Beine helfen.

In der Küche:
Auch aus dem Gänseblümchen lassen sich Sirup und Honig machen, es kommt in die Gründonnerstagsuppe (Neunkräutersuppe). Die Kospen lassen sich in einer Salz/Essigmischung wie Kapern verwenden. http://www.br.de/themen/ratgeber/inhalt/rezepte/gaensebluemchen-blumenre...

 

Giersch (Aegopodium podagraria)

Ein Doldengewächs, dass bevorzugt am Waldrand, Ufern und Auwäldern wächst. Er hat drei Blätter im Dreieck stehend, drei davon am dreieckigen Stengel.  In Gärten als wucherndes Unkraut gefürchtet. (Tipp einfach aufessen).
Gesammelt werden die Blätter (03 bis 07) die ganzen Triebe und Stiele (05 bis 07), die Blüten (06 bis 08) und die Samen (08 bis 10).

In der Medizin:
Der Giersch hilft bei Rheuma und Gicht, er ist harnsäureausleitend. Er wirkt belebend, da er reich an Mineralstoffen, Eiweiß und Vitaminen ist. Er förderd die Wundheilung und lindert das Jucken bei Insektenstichen (zerreiben, zerkauen und auflegen).

In der Küche:
Durch den Karottenähnlichen und Petersilienartigen Geschmack lässt er sich vielseitig verwenden. Gedünstet wie Spinat, als Bestandteil in verschiedensten Gemüsegerichten, kleingehackt in den Salat und KräuterquarkSpooo, zum Würzen (getrocknet oder frisch). Er passt in viele Suppen, Aufläufe und in jede Kräuterbutter!

Sonstiges:
Man kann ihn mit dem Waldengelwurz verwechseln, was keine Gefahr ist weil ungiftig und die Waldengelwurz hat einen runden Stil. 

 

 

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) (Pflaster des Waldes)
Auf Wiesen, Ackern und Wegrändern - eine sogenannte Trittpflanze. Er besitzt schmale, lanzettförmige Blätter (10 bis 20 cm), mit deutlichen Blattnerven (5 bis 7) und ist in Büschelnm bodennah zu finden. Die Blüte ist eine beigebraune, eiförmige Ähre. Zu verwenden sind die Blätter und die jungen Knospen. 

In der Medizin:
Spitzwegerich Tee gilt als guter Erkältungstee, auch bei Husten,  er ist schleimlösend. Ein paar Blätter im Schuh sollen gegen Blasen helfen. Seine beruhigende Wirkung auf die Haut zeigt der Spitzwegerichsaft (Pressen, Kauen) bei Sonnenbrand, Insektenstichen, Neurodermitis und kleinen Schnittwunden. Er regt die Verdauung an und hilft gegen Blasenleiden. Man nennt ihn auch das Steinzeitpflaster.

In der Küche: 
Die vielen guten Inhaltstoffe wie Vitamin C, Kieselsäure, Schleimlöser und Gerbstoffe lassen sich am einfachsten mit dem Essen aufnehmen. Auch hier in Suppen, Gemüse, Quark, selbstgemachte Aufstriche. Bei diesen kommt vor allem der Geschmack der jungen Knospen gut zur Geltung (nach Champignons, Spinat oder Kohl).

 

 

Waldmeister

Waldmeister (Galium Odoratum) (wohlriechendes Labkraut)

Die Hauptblütezeit ist von Mai bis Juni. Der Waldmeister kann auch mit Blüte verwendet werden. Der Stengel ist viereckig, Blätterkränze in labkrauttypischen Abstand und eine weiße sternförmige Blüte. Typisch ist der Geruch!

In der Medizin:
Bis zu 3 Gramm Waldmeisterkraut kann gegen Kopfschmerzen helfen (auf einen Liter Wasser als Tee), ein übermäßiger Genuss führt aber auch zu Kopfschmerzen. Ein andauernder Genuss könnte die Leber schädigen.

In der Küche:
Beim Waldmeister ist sein einzigartiges Aroma entscheidend. Er kann in Süßspeisen, Tees, und alkoholischen Getränken zum aromatisieren verwendet werden. Will man das "typische" Waldmeistergrün muss man mit anderen Mitteln nachhelfen.

                                       Und hier ein einfaches Rezept für Waldmeistereis
                                       eine halbe Packung Quark, eine halbe Packung Frischkäse (Philadelphia o.ä.) eine kleine Tasse Sahne, Zucker nach Geschmack, ein Schuss                                                                Zitrone und eine Handvoll welken Waldmeister (so klein wie möglich gehackt). Alles zusammen pürieren und dann in das Gefrierfach (immer                                                                  wieder mal aufrühren) oder in die Eismaschine - guten Appetit.

http://www.kraeuter-welt.de/kraeuter-rezepte/kraeutersirup/waldmeistersi...

 

 

 

Interessantes und wissenswertes zum Thema Wildkräutern und deren Verarbeitung gibt es auch unter dem Button: Rezepte

 

 

Kerbel

Der Kerbel 

                            
Küche: Ähnelt der Petersilie, ist aber gut erkennbar am Geruch und Geschmack, eine Mischung aus Petersilie, Fenchel und Anis. Er ist am besten frisch zu verwenden, beim Trocknen und Einfrieren verliert er einiges an Aroma. Trotzdem ist er getrocknet ein wichtiger Bestandteil der "fines herbes" einer klassischen französichen Kräutermischung. 
Er ist ein typisches Würzkraut, wir haben Kartoffeln kleingeschnitten, in etwas Gemüsebrühe gekocht und dann mit etwas Salz  je einer Handvoll Kerbel, Vogelmiere, Taubnessel und ein wenig Öl kräftig im Topf durchgeschüttelt - fertig zum Essen, schmeckt lecker und ist gesund. Essbar ist beim Kerber alles, Kraut, Blüten und Wurzeln.

 
Gesundheit: Plinius nannte den Kerbel ein "Freudenblättchen" zum Wohle des Magens. Menschen die zu Trombose und Krampfadern neigen, sollen Kerbel regelmäßig zu sich nehmen, da er blutverdünnend wirkt.  Gegen die Frühjahrsmüdigkeit hilft eine zweiwöchige Kerbel-Kur auch bei Erkältung, Kopschmerzen und Gedächtnisstörungen kann Kerbel verwendet werden. Wissenschaftlich nicht erwiesen ist seine Wirkung auf die Libido. Kerbelwasser macht die Haut geschmeidig und verlangsamt die Hautalterung. Eine Handvoll Kerbel mit einem Liter heißen Wasser übergossen und damit Haut und Gesicht waschen. 
Sonstiges: Es gibt ähnliche Pflanzen, die man besser nicht essen sollte: Hundspetersilie und gefleckter Schierling - beide riechen und schmecken aber völlig anders - teilweise unangenehm, so dass ihr sie relativ einfach unterscheiden könnt. 

 

Die Vogelmiere (Stellaria media)

Wegen ihrer Sternchenblüten die ebenso klein und unscheinbar sind wie die Blätter. Sie ist ein Nelkengewächs und bildet flächige Kissen auf dem Boden. Beim Pflücken kann so eine Art Gummibandgefühl entstehen, daher kommt wohl der Spitzname Hühnerdarm 

Küche: Es ist ein GANZJAHRESKRAUT, das heißt auch im Winter könnt ihr Vogelmiere ernten. Der Geschmack ist maisartig und erinnert auch an rohe Erbsen, sie mildert den Geschmack von kräftigen Gemüse und kann frisch, kleingehackt in jedem Salat und wie der Kerbel wunderbar in leckere Kräuterquarkmischungen. Vogelmiere wird nie herb oder bitter! Sie ist eines der vitaminreichsten Wildkräuter, enthält viel Vitamin C, A und kalium. Daher wird sie ebenso wie Brennessel gerne in Tierfutter gemischt (Kükenstarter). Aufgrund ihres Saponingehalts sollte man es aber nicht übertreiben. Andererseits wirken Saponine cholesterinsenkend.  http://www.hortipendium.de/Vogelmiere

Gesundheit: Sehr vitaminreich, zur Stärkung der Abwehrkräfte, kann wunderbar in Smoothies gemischt werden, Indianer machen daraus ein Heilmittel für die Haut. Hier ein Rezept für eine Vogelmierensalbe: 25 gr. Vogelmiere, 15 gr. getrocknete Beinwellwurzel, 5 gr. Ringelblumenblüten in 100 ccm Sonnenblumenöl auskochen, etwas ziehen lassen und dann absieben. Mit 20 gr. reinen Bienenwachs (geschmolzen und etwa gleiche Temperatur) zur Salbe verrühren. Hilft bei Juckreiz, Mückenstichen und Hautreizungen. 
Sonstiges: Aufgrund der Inhaltsstoffe kann man sie gar nicht als "Unkraut" betrachten. Wer sie ihm Beet hat, soll sie einfach rausziehen und zum Mulchen verwenden. Verwechslungsgefahr mit Ackergauchheil, Ackerhornkraut und Sternmiere, aber auch da ist man mit dem Geschmack und der Blütenfarbe auf der sicheren Seite. 

 

                                    Salben selber machen

Folgend eine Anleitung für die Herstellung einer einfachen Kräutersalbe. In unserem Beispiel machen wir eine Vogelmierensalbe. Die Vogelmierensalbe hat eine kühlende Wirkung und eignet sich als milde Zugsalbe. Vogelmiere als Einzelkraut in einer Salbe ist bei Ekzemen, Hot Spots, Abzessen und Juckreiz hilfreich.

Es ist erstaunlich einfach eine hochwertige Salbe selbst herzustellen. 

Sie brauchen: Olivenöl, Bienenwachs, 
ein bis zwei Handvoll von Ihrem Heilkraut,
ein 200–500 g Gläschen und einige kleine Dosen oder Gläschen mit Deckel für die fertige Salbe.

Zuerst sammelt man eine kleine Menge von dem Heilkraut, in unserem Beispiel Vogelmiere. Als nächstes hackt man das Kraut klein und füllt damit ein Gläschen etwa ¾ voll. Anschließend füllt man das Gläschen randvoll mit dem Olivenöl.

Sollten Sie das Kräuteröl durch Erhitzen schneller zubereiten wollen, so lassen Sie etwa 1 cm frei bis zum Rand des Gläschens, da das Öl beim Erhitzen sonst überläuft. Am Besten eignet sich Olivenöl für die Salbenherstellung, da es nicht schnell ranzig wird.

Als Nächstes müssen die Heilkräuter ihre Wirkstoffe in das Öl übergeben. Dies erreicht man durch Hitze. Entweder man setzt das Gläschen für 2-3 Wochen an einen sonnigen, warmen Ort oder man erhitzt es (ohne Deckel!) für einige Stunden im Backofen bei 100° C. Eine weitere Möglichkeit ist das Kräuteröl einige Stunden in einem Wasserbad zu erhitzen. Wichtig! Nicht kochen lassen. Anschließend wird das Kräuteröl durch ein Tuch ausgepresst und das Basisöl ist fertig.

Bevor Sie jetzt mit der eigentlichen Herstellung der Salbe beginnen, legen Sie einen kleinen Teller in das Gefrierfach, um später die Konsistenz der Salbe zu testen.

Jetzt wird das Öl mit Hilfe eines Konsistenzgebers - in diesem Fall Bienenwachs - zu einer Salbe gerührt. Dazu erhitzen Sie das Öl zusammen mit dem Bienenwachs in einem Wasserbad, bis das Bienenwachs komplett in dem Öl aufgelöst ist. 

Um die Konsistenz zu testen, tropfen Sie etwas Öl auf den kalten Teller. Nach wenigen Sekunden erhärtet das Öl-Bienenwachs-Gemisch auf dem kalten Teller und Sie können prüfen, ob die Salbe die gewünschte Konsistenz hat. Ist sie zu weich, geben Sie noch etwas Bienenwachs dazu, ist sie zu hart, etwas Öl. Um die Salbe haltbarer zu machen können Sie Vitamin E hinzufügen.

Bienenwachs        Öl/Fette       Vitamin E       Öl/Salbe

12 g                         100 ml          3,5 ml             100 ml

24 g                         200 ml           7 ml                200 ml

36 g                          300 ml          10,5 ml           300 ml

usw.

Sind Sie mit der Konsistenz Ihrer Salbe zufrieden, ist es Zeit die noch flüssige Salbe in kleine Töpfchen abzufüllen. Füllen Sie die Töpfchen möglichst randvoll, damit die Salbe durch Luftausschluss länger haltbar ist. Zunächst hat die Salbe ein dunklere Farbe, wird aber beim Abkühlen zunehmend heller.

Lassen Sie die Töpfchen offen stehen, bis sie vollständig abgekühlt sind, Deckel drauf, beschriften und fertig. 

Gratuliere! Sie haben Ihre eigene Kräutersalbe gemacht.

 Wichtig! Beschriften Sie immer Ihre Salben sofort. Ich spreche aus Erfahrung - später weiß man vielleicht nicht mehr genau welche Zutaten die Salbe hatte oder wann genau sie hergestellt wurde.

Folgende Infos sollten drauf stehen: welche Öle, welche Pflanze und Pflanzenteile (z. B. Blatt, Wurzel oder Blüte), welche Konsistenzgeber (z. B. Bienenwachs) , welche Konservierungs-stoffe (z. B. Vitamin E)  und das Herstellungsdatum. Schreiben Sie sich auch immer Ihre Rezepte auf, so können Sie besonders gelungene Salben zukünftig immer wieder herstellen.

 

Die Taubnessel

Sie gibt es mit weißen und violetten Blüten und ist die sanftmütige Schwester der Brennessel. Die weißen reichte man früher den Mädchen und die violetten den Jungs. 
Am Wegesrand, auf hellen Waldflächen und unter vielen Hecken wächst die Taubnessel und bietet sich zum Abernten an.
 

Küche:
Kleingehackt in Kräuterquark, zu Kartoffeln, aus ihr läßt sich ein mildes nach Wiese schmeckendes Pesto machen, oder mit kräftigen Kräutern wie Bärlauch oder Basilikum vermischen.
Sie bringt Farbtupfer in den Salat und ihre Blüten können mit Veilchen, Gänseblümchen und etwas Löwenzahnblüten einen bunten süßen (Obst)Quark verschönern. Wir haben sie auch als Tee getrunken, was auch fast das ganze Jahr möglich ist.
 

Gesundheit:
Der Tee ist wohltuend für alle inneren Organe, Verdauung, Atemwege und sie gilt auch als eines der typischen Frauenkräuter, wie  der Frauenmantel. 
 

Sonstiges:
Es gibt keine Verwechslungsgefahr. Kinder ernten gerne die Blüten und saugen dann hinten den süßen Nektar heraus. Die seltenere Goldnessel gilt als die heilkräftigste unter den Taubnesseln

Die Birke

Eigentlich hatten wir noch drangedacht die Birke anzuzapfen um das Birkenwasser (zur Frühjahrskur) zu ernten - aber die liebe Zeit. Bei Bäumen kommt noch der Holznutzen dazu, und die Birke hat ein sehr schönes helles Holz, dass aber nur für den Innenbereich taugt. Im Freien verrottet das Birkenholz schnell und übrig bleibt die Rinde. Sie ist ein hervorragender Zunder, durch das enthaltene Birkenpech. So mancher Liebesbrief wurde auf der weißen papierigen Außenrinde geschrieben. Die Cambiumschicht lässt sich notfalls sogar essen, die dünnen Zweige wurden zu Besen gebunden. Wegen ihrer Vielseitigkeit galt sie dem Thor geweiht, die Skandinavier sehen in ihr die Frühjahrsgöttin Brigid, sie bringt das Helle, das Licht. Hier kann man noch viel mehr aus der Mythologie finden. Sie war und ist tatsächlich ein heiliger Baum.
 

Küche: 
Junge Blätter lassen sich im Salat / als Salat essen. Kleingehackt in den Quark oder auf das Brot. Omelette mit ganz jungen Birkenblättern haben noch nicht viele Menschen gegessen, ist aber, gemischt mit würzigen Wildkräutern, sehr lecker. Auch etwas ältere Birkenblätter lassen sich noch hervorragend trocknen und als Tee zubereiten.
 

Gesundheit:
Birkenblättertee regt den Stoffwechsel an. Eine Kur mit Birke bei Gicht, Diabetes, Durchfall, Nierensteinen hilft mild und unterstützend. Das Birkenwasser hat ähnliche Wirkung. Dazu kann eine kräftige Birke (fragt vorher den Besitzer) angebohrt werden. Dann durch ein Glasröhrchen, Strohhalm oder ausgehöhlten Holunder den aufsteigenden Saft der Birke in ein Gefäß (nicht aus Metall) laufen lassen. Maximal ein bis zwei Liter und dann das Loch wieder gut verschließen (mit Baumwachs oder Pech). Birkenwasser schnell und frisch verbrauchen (oder in Eiswürfeln einfrieren). Es hat ähnliche Wirkung wie der Tee, hilft auch bei Haar- und Hautproblemen. 

 

 

Johanniskraut

----- Johanniskaut hebt die Stimmung

Johanniskraut wird nicht nur von Heilpraktikern und Naturheilkundigen angewendet, auch viele Ärzte verschreiben Präparate mit Johanniskraut. Vor allem bei leichten bis mittelschweren Depressionen wird Johanniskraut oft empfohlen. Das Öl der Heilpflanze kommt bei Schädigungen von Haut, Muskeln, Blutgefäßen oder Knochen zum Einsatz. Je nach Anwendungsgebiet gibt es allerdings einiges zu beachten, da die Einnahme von Heilpflanzen mit Nebenwirkungen verbunden sein kann. Im Handel gibt es zahlreiche Präparate, die damit werben, aufgrund des enthaltenden Johanniskrauts gegen Depressionen und andere Erkrankungen wirksam zu sein. Jedoch bedarf es einer bestimmten Dosierung, damit eine Linderung der Beschwerden eintreten kann.

----- Johanniskraut gibt Sonnenenergie

Johanniskraut, mit botanischem Namen Hypericum perforatum, wird im Volksmund auch Elfenblutkraut, Herrgottblut, Jesuswundenkraut oder Johannisblut genannt. Diese Namen entstanden, da beim Zerreiben der gelben Blüten zwischen den Fingern ein blutroter Saft austritt.

----- Wissenswertes über die Pflanze

Das Johanniskraut ist vor allem in Europa, aber auch in Westasien zu finden. Hier wächst es bevorzugt in lichten Wäldern, an Rändern von Wegen oder Feldern. Die Pflanze wird bis zu 90 Zentimeter hoch und zählt zu den Staudengewächsen. Vom zweikantigen Stängel gehen die sich gegenüberliegenden eiförmigen Blätter ab. In ihnen befinden sich Öldrüsen, die das ätherische Öl des Johanniskrauts produzieren. Die Hauptblütezeit des Johanniskraut findet im Hochsommer statt; zu dieser Zeit werden die wertvollen Bestandteile der Heilpflanze geerntet. Bei dem blutroten Saft, der beim Zerreiben der Blütenblätter austritt, handelt es sich um das Hypericin, welches therapeutisch eingesetzt wird.

----- Wissenschaftlicher Name: Hypericum perforatum
Höhe: bis zu 90 cm
Blütezeit: Juni - August

----- Wirkung von Johanniskraut

Johanniskraut enthält verschiedene interessante Inhaltsstoffe, wobei die Wirkung dieser im einzelnen noch nicht geklärt ist.

Hypericin wird eine antidepressive Wirkung zugesprochen, Hyperforin wirkt antibiotisch. Hyperosid und Rutosid zählen zu den Flavonoiden und wirken stärkend auf die Blutgefäße, lösen Krämpfe und hemmen Entzündungen; allgemein haben sie eine positive Wirkung bei chronischen Krankheiten. Außerdem lassen sich Gerbstoffe, ätherisches Öl und weitere sekundäre Pflanzenstoffe in dem Heilkraut nachweisen.

----- Johanniskraut bei Depressionen

Hauptsächlich kommt Johanniskraut bei depressiven Verstimmungen und mittelschweren Depressionen zum Einsatz. Wie die einzelnen Inhaltsstoffe im Zusammenspiel eine Verbesserung der Stimmungslage bewirken, ist bisher unklar. Klar ist, dass durch die Einnahme von Hypericum perforatum das zentrale Nervensystem beeinflusst wird und vermehrt Botenstoffe ausgeschüttet werden. Bei Depressionen ist es häufig zu einem Ungleichgewicht des Stoffwechsels im Gehirn gekommen, welches nun positiv von der Pflanze beeinflusst wird. Zu diesen Botenstoffen zählen Noradrenalin, Serotonin und Dopamin. Bei depressiven Personen wurde im Blut ein verminderter Anteil von Serotonin gemessen; dieser Botenstoff hat einen Einfluss auf das Wohlbefinden, den Schlaf und die allgemeine Antriebslage. Dopamin wirkt bei einem Mangel ebenfalls hemmend auf den Antrieb und beeinflusst außerdem Konzentration und Merkfähigkeit. Noradrenalin hat eine ähnliche Wirkung wie Dopamin und Serotonin: Auch dieser Botenstoff beeinflusst das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit. Bei einem Mangel stellt sich außerdem häufig ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus ein.

Eine häufig unerwünschte Nebenwirkung von Johanniskraut scheint bei Depressionen von Nutzen zu sein und so quasi von der Natur wohl überlegt. Bei der Einnahme tritt häufig eine gesteigerte Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht und UV-Strahlen ein. Da Depressionen aber häufig in Zusammenhang mit einem Lichtmangel gebracht wird, wie er in der kalten Jahreszeit auftritt und damit einhergehenden Störungen der Melatonin-Produktion, scheint die Lichtempfindlichkeit der Haut diese Störungen zu kompensieren.

 

 

Die Karde

Die wilde Karde kommt vermutlich ursprünglich aus dem mediterranen Raum und hat sich über einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren ohne Zutun des Menschen im mitteleuropäischen Raum verbreitet. Heute ist sie u.a. in der Türkei, in einigen Ländern Nordafrikas, auf den Kanaren sowie in vielen mittel- und südeuopäischen Ländern zu finden.

Die Pflanze wird häufig auf lehmigen Brachflächen, aufgegebenen landwirtschaftlichen Flächen sowie auf Ufern und Wegen gefunden. Da sie lehmige Standorte bevorzugt, gilt sie auch als Zeigerpflanze für Lehmböden. Sie ist vorwiegend im Flachland sowie im hügeligen Land bis 800 Meter anzutreffen.

----- systematische Einordnung der wilden Karde

Die wilde Karde gehört zur Familie der gleichnamigen Kardengewächse (Dipsacaceae) sowie zur Gattung der Karden. Die Gattung (Dipsacus) umfasst ungefähr 20 Arten, wobei neben der hier beschriebenen wilden Karde (Dipsacus fullonum) auch die Weber-Karde sowie die behaarte Karde bekannt sind. Die Weber-Karde wird gelegentlich noch zur Herstellung von Naturstoffen (z.B. Filz) eingesetzt, wohingegen die behaarte Karde gelegentlich als Zierpflanze in Gärten zu bestaunen ist.

Weitere Namen der wilden Karde sind Wald-Karde, Kardendistel oder Kardenwurzel.

 ----- Merkmale der wilden Karde

Bei der wilden Karde handelt es sich um eine zweijährige und krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 200 cm erreichen kann. Meist wird sie jedoch deutlich kleiner. Die Pflanze ähnelt aufgrund ihrer stachligen Blütenstände der Distel. Ebenso auffällig sind die großen Kardenwurzeln, die eine gelblich-weiße Farbe aufweisen.

Die wilde Karde bildet im ersten Jahr eine Blattrosette aus. In diesem Jahr werden wichtige Nährstoffreserven ausgebildet, die die Pflanze in der Wachstumsphase im zweiten Jahr benötigt. Die Blätter der Rosette sind filigran gezähnt und haben eine lanzettliche Form. Die Blätter, die dem Stängel entspringen, wachsen paarweise zusammen und weisen im Gegensatz zu den Grundblättern eine deutliche Kerbung auf.

Besonders auffällig ist die Karde bei der Ausbildung ihrer Blütenpracht. Die Blütezeit findet in der Regel zwischen Mitte Juni und Anfang September statt. Zur Zeit der Blüte bildet die Karde weißliche bis violette Blütenblatter aus, die in einem bis zu 10 cm großen, eiförmig und länglichen Blütenkopf (Blütenstand) sitzen. Dieser Blütenstand hat eine Vielzahl an stacheligen und borstigen Hüllblätter, die an die distelähnliche Form erinnern. Aus den Blüten entstehen dunkle Nussfrüchte, von der jede Nuss nur ein Samen enthält. Im Übrigen kann eine einzelne Pflanze bis zu 2000 Samen produzieren.

 

 

Brennessel

Die Brennnessel
Synonyme: Hanfnessel, Donnernessel Scharfnessel
Sie  gehört zu den Nesselgewächsen und kann leicht eine Höhe zwischen mehr Infos ...

 

 

Das Klettenlabkraut  
Heute wird Klettenlabkraut hauptsächlich als harntreibendes Mittel verwendet. 
Bei Hautkrankheiten wie Seborrhöe, Ekzemen oder mehr Infos ...

Die rote Ackerdistel
Das stachlige „Unkraut" gilt in der Naturheilkunde nicht als Kraut „zweiter Wahl" mehr Infos ...